Quellen
Überprüft am 5. Oktober 2026 für Danach lasst uns alle streben.
Was da steht
| Aussage im Beitrag | Status | Beleg | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Aus dem Lied stammt die deutsche Nationalhymne | Bestätigt | Deutscher Bundestag, Briefwechsel 1952 und 1991 | Seit 1991 ist die dritte Strophe die Hymne. |
| Helgoland war 1841 britisch | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia | Laut Wikipedia 1807 von britischen Truppen besetzt und bis 1890 Kronkolonie. Bundestag und LeMO nennen nur die Insel. |
| Drei Strophen: „über alles“ und die vier Gewässer, Frauen, Treue, Wein und Sang, „Einigkeit und Recht und Freiheit“ | Bestätigt | Wikipedia, Wikisource | Der Liedtext im Beitrag folgt Wikipedia, in heutiger Schreibweise („lasst“). Wikisource gibt den Text nach dem Allgemeinen Deutschen Kommersbuch wieder, die Abschrift dort ist lückenhaft. |
| Datiert auf den 26. August 1841 | Bestätigt | Staatsbibliothek zu Berlin, LeMO | Handschrift mit eigenhändigem Datum, Signatur Nachl. Hoffmann von Fallersleben 70. |
| Der Deutsche Bund vereinte knapp vierzig souveräne Staaten | Präzisiert | Staatsbibliothek zu Berlin, bpb, jugendopposition.de | Die Staatsbibliothek schreibt „drei Dutzend“, die bpb 39. Der Beitrag nennt deshalb keine genaue Zahl. |
| Haydn schrieb die Melodie 1797 für „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ | Bestätigt | Deutscher Bundestag, Wikipedia | Komponiert zwischen Oktober 1796 und Januar 1797, Text von Lorenz Leopold Haschka, zuerst gesungen am 12. Februar 1797. |
Was dahintersteckt
| Aussage im Beitrag | Status | Beleg | Anmerkung |
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| 1840 forderte die französische Regierung unter Thiers den Rhein als Grenze | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia | Wikipedia nennt die Rheinkrise als Anlass des Liedes. Thiers trat danach am 20. Oktober 1840 zurück; als das Lied entstand, war die Krise vorbei. Der Beitrag nennt sie deshalb den Hintergrund. |
| In Deutschland entstanden Rheinlieder wie „Die Wacht am Rhein“ | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia | Max Schneckenburger, 1840. |
| Hoffmanns Lied nennt weder Frankreich noch den Rhein | Bestätigt | Wikisource | Am Text selbst geprüft. |
| Am 29. August am Strand mit Campe: „Ich habe ein Lied gemacht, das kostet aber 4 Louisd’or.“ | Bestätigt | Staatsbibliothek zu Berlin | Zitat aus Hoffmanns Erinnerungen „Mein Leben“ (1868), wiedergegeben von Martin Hollender. Der Abdruck der Erinnerungen bei zeno.org ließ sich nicht abrufen. |
| Campe brachte es Anfang September mit Haydns Noten heraus | Präzisiert | LeMO, Neue Deutsche Biographie | LeMO nennt den 1. September, die Neue Deutsche Biographie und die Staatsbibliothek den 4. September. Der Beitrag nennt keinen Tag. |
| „Über alles“ stellt die Einheit über die Einzelstaaten | Bestätigt | Staatsbibliothek zu Berlin, bpb, jugendopposition.de | Hollender spricht vom Glauben an einen Nationalstaat „jenseits der Königreiche und der Fürstentümer“. Der Leitsatz im Beitrag nennt das eine Lesart. |
| Die Staatsbibliothek zu Berlin verwahrt Hoffmanns Handschrift | Bestätigt | Staatsbibliothek zu Berlin | Seit 1903, eine Reinschrift aus Hoffmanns Gedichttagebuch. Eine zweite eigenhändige Handschrift liegt laut Wikipedia in Dortmund. Das Bild im Beitrag zeigt die Berliner Handschrift, Nachweis dort: „SBB-PK, Signatur: Nachl. Hoffmann von Fallersleben, Heinrich, Nr. 70 – Public Domain“. |
| Preußen verbot die „Unpolitischen Lieder“ und entließ Hoffmann Ende 1842 ohne Pension | Bestätigt | Neue Deutsche Biographie, LeMO | Die Allgemeine Deutsche Biographie nennt den 20. Dezember 1842. |
| Die vier Gewässer folgen der Sprache | Bestätigt | Staatsbibliothek zu Berlin | Hollender: Das Lied beschreibe „mit ein wenig dichterischer Freiheit“ den „Status quo der deutschen Sprachgrenzen“. |
| Arndts „Des Deutschen Vaterland“ von 1813 bestimmt Deutschland ebenfalls über die Sprache | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia | Anfang 1813 in Königsberg geschrieben. |
| Memel und Belt lagen außerhalb des Deutschen Bundes | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia | Ostpreußen und Schleswig gehörten nicht zum Bund. Das Herzogtum Limburg an der Maas gehörte von 1839 bis 1866 dazu. |
| An allen vier Gewässern wurden auch andere Sprachen gesprochen | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia | Wikipedia nennt Dänisch, Litauisch, Venetisch und Galloitalisch. In Limburg sei Deutsch nur Fremdsprache gewesen. |
| Tucholsky nannte die Zeile 1929 den „törichten Vers eines großmäuligen Gedichts“ | Bestätigt | LeMO | Aus dem Bilderbuch „Deutschland, Deutschland über alles“ mit Montagen von John Heartfield. |
| „Emancipation“ von 1840 wirft den Juden „Wucher, Lug und Trug“ vor | Bestätigt | reimsuche.de, Text des Gedichts, Das Märchen vom untadeligen Herrn Hoffmann von Fallersleben, Jüdische Allgemeine | Am vollständigen Text geprüft: drei Strophen, gedruckt in den „Unpolitischen Liedern“, Zweiter Theil, Hamburg 1841, S. 154–155. Die Datierung auf den 27. April 1840 steht in dem Aufsatz, der keinen Verfasser nennt; laut Suchvorschau ist es Benjamin Ortmeyer. |
| 1870 schrieb er vom Hass auf „dies verworfene Franzosengeschlecht“ | Bestätigt | Das Märchen vom untadeligen Herrn Hoffmann von Fallersleben, Wikipedia | Brief an Adolf Strümpell vom 27. August 1870, gedruckt in „An meine Freunde“, S. 323. Der Brief selbst wurde nicht eingesehen. |
| Freiheitsdrang und Franzosenhass gehörten auch bei Friedrich zusammen | Nur Übersichtsartikel | Quellen zum Wanderer | Dort belegt mit Friedrichs Brief an den Bruder, bisher nur nach Wikipedia. |
Was daraus wurde
| Aussage im Beitrag | Status | Beleg | Anmerkung |
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| 1841: erste öffentliche Aufführung am 5. Oktober durch die Hamburger Liedertafel, für Karl Theodor Welcker | Bestätigt | Deutscher Bundestag, Wikipedia | Der Bundestag nennt Datum und Chor. Welcker und Streit’s Hotel am Jungfernstieg stehen bei Wikipedia, Nachweis dort: „Mein Leben“, Band 3, S. 222. |
| 1890: Helgoland wird deutsch, das Lied erklingt erstmals zu einem offiziellen Anlass | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia, Wikipedia zu Helgoland | Übergabe am 9. August 1890. Für die Aufführung nennt Wikipedia keinen Nachweis. |
| 1914: Heeresbericht über den Gesang bei Langemarck, daraus wird ein Opfermythos | Nur Übersichtsartikel | Wikipedia | Bericht vom 11. November 1914. Der Historiker Bernd Hüppauf hält den Gesang für unglaubwürdig. |
| 1922: Ebert erklärt das Lied zur Nationalhymne | Bestätigt | Deutscher Bundestag, LeMO | Bundestag und bpb nennen den 11. August, Wikipedia den 10. August. Der Beitrag nennt nur das Jahr. Dass Ebert Sozialdemokrat war, steht bei Wikipedia und der bpb. |
| 81 Jahre von der Entstehung bis zur Hymne | Bestätigt | Deutscher Bundestag | Gerechnet von 1841 bis 1922. |
| 1933–1945: nur die erste Strophe, danach das Horst-Wessel-Lied | Bestätigt | Briefwechsel 1952 und 1991, Einführung, Deutscher Bundestag | Laut Wikipedia wurde die Abfolge 1940 Vorschrift. |
| 1945: Verbot in der amerikanischen Zone | Präzisiert | Wikipedia, Briefwechsel 1952 und 1991, Einführung | Die Einführung schreibt, „die Alliierten“ hätten die Hymne verboten. Wikipedia belegt ein Verbot nur für die amerikanische Zone (Gesetz Nr. 154). Der Gesetzestext ließ sich nicht finden. |
| 1950: Adenauer lässt im Titania-Palast die dritte Strophe singen | Bestätigt | konrad-adenauer.de | Rede vom 18. April 1950. |
| 1952: Das Lied ist Nationalhymne, gesungen wird die dritte Strophe | Bestätigt | Briefwechsel 1952, Volltext | Oft heißt es, seit 1952 sei nur die dritte Strophe Hymne. Adenauer bat darum, „das Hoffmann-Haydn’sche Lied“ anzuerkennen. Briefe vom 29. April und 2. Mai 1952. |
| 1954: Deutsche Zuschauer singen in Bern die erste Strophe | Bestätigt | bpb | |
| 1991: Die dritte Strophe ist die Nationalhymne | Bestätigt | Briefwechsel 1991, Volltext, Deutscher Bundestag | Briefe vom 19. und 23. August 1991. |
| Heuss wollte eine neue Hymne und scheiterte | Bestätigt | Briefwechsel 1952 und 1991, Einführung | Der Text der neuen Hymne stammte von Rudolf Alexander Schröder. |
| Heuss’ Vorbehalt: Haydns Melodie als Vorspann zum Horst-Wessel-Lied | Präzisiert | Briefwechsel 1952, Volltext | Der Entwurf sprach allgemein vom Missbrauch im Nationalsozialismus. Jetzt folgt der Satz dem Brief vom 2. Mai 1952. |
Grenzen der Prüfung
Drei Quellen ließen sich nicht abrufen: zeno.org mit Hoffmanns Erinnerungen „Mein Leben“, die Seite der Bundesregierung zur Nationalhymne (protokoll-inland.de) und der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. März 1990. Der Beschluss kommt im Beitrag deshalb nicht vor.
Der Abschnitt „Was das heute heißt“ ist Deutung und nicht prüfbar. Er stützt sich auf zwei Texte, deren Wortlaut gesichert ist: auf die dritte Strophe und auf das Gedicht „Emancipation“. Das Gedicht stellt Israel dem „deutschen Vaterland“ gegenüber und knüpft die Freiheit an eine Bedingung: „Willst du von diesem Gott nicht lassen, / Nie öffne Deutschland dir sein Ohr!“
Am meisten bringt das Nachschlagen in diesen Büchern:
- Hoffmann von Fallersleben: Mein Leben, Band 3, Hannover 1868 (Helgoland, Campe, Welcker)
- Hoffmann von Fallersleben: An meine Freunde. Briefe, Berlin 1907 (Brief an Strümpell, 1870)
- Benjamin Ortmeyer: Argumente gegen das Deutschlandlied, Köln 1991 (Judenfeindschaft, Franzosenhass)
- Jost Hermand: Sieben Arten an Deutschland zu leiden, Königstein 1979 (Absicht und Wirkung des Liedes, S. 73)
- Ulrich Günther: … über alles in der Welt? Studien zur Geschichte und Didaktik der deutschen Nationalhymne, Neuwied 1966 (Rezeption)