Quellen

Überprüft am 12. Oktober 2026 für Der Hut im Gras.

Vorspann

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Friedrich wurde als Untertan der schwedischen Krone geborenBestätigtNeue Deutsche Biographie, Wikipedia zu Schwedisch-PommernDie NDB nennt Greifswald als Geburtsort, Wikipedia die Zugehörigkeit Greifswalds zu Schweden von 1648 bis 1815.
1818 war Rügen seit drei Jahren preußischNur ÜbersichtsartikelWikipedia zu Schwedisch-Pommern, Wikipedia zu FriedrichÜbergabe an Preußen im Oktober 1815. Den genauen Tag nennt Wikipedia nicht.
1903 kam es als Werk eines anderen Malers in den HandelPräzisiertWikipedia, NordkurierAls Werk Carl Blechens. Wo das Bild vor 1903 war, ist unbekannt.

Was man sieht

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Frau im roten Kleid, Mann im blauen Rock kriechend, Mann im grüngrauen Rock am Baumstumpf; Zylinder und Wanderstock im GrasBestätigtWikipedia, Kunst Museum WinterthurAm Bild selbst geprüft. Das Museum nennt nur „zwei Männer und eine Frau“. Wikipedia nennt dieselben Farben: rotes Kleid, blauer und grüngrauer Gehrock.
Bäume und Grasbühne rahmen den Blick; manche sehen ein Herz, andere einen FelstrichterNur ÜbersichtsartikelWikipediaDort: „den herzförmig gebildeten Rahmen von Bäumen und Grasbühne“ und „Die zentrale Bildform wird je nach Intention als Herzform oder als vollgelaufener Felstrichter betrachtet.“
Gemalt 1818PräzisiertKunst Museum Winterthur, Sammlung, Kunst Museum Winterthur, Friedrich digitalDas Museum datiert 1818, die englische Wikipedia „um 1818“, germanhistorydocs „1818/19“. Der Beitrag folgt dem Museum.
90,5 × 71 cmNur ÜbersichtsartikelWikipediaDie Museumsseiten nennen keine Maße. germanhistorydocs nennt 90 × 70 cm.
Gehört der Stiftung Oskar Reinhart in WinterthurBestätigtKunst Museum Winterthur, SammlungNachweis dort: „Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart, Ankauf, 1930“. Das Bild im Beitrag stammt von Wikimedia Commons, Nachweis dort: „The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH“, Public domain.
Auch dieser Ausblick ist aus Skizzen von der Stubbenkammer zusammengesetztNur ÜbersichtsartikelWikipediaDoppelblatt „Kleine Stubbenkammer auf Rügen“ vom 11. August 1815 (Osloer Skizzenbuch), die rechte Felswand von der Großen Stubbenkammer, nach Grummt 2011 und Zschoche 1998. Die Wissower Klinken, oft als Vorbild genannt, entstanden erst später.

Was dahintersteckt

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Geboren 1774 in Greifswald, das mit Rügen seit 1648 zu Schweden gehörteBestätigtNeue Deutsche Biographie, Wikipedia zu Schwedisch-PommernGeboren am 5. September 1774. Westfälischer Frieden 1648.
Im Oktober 1815 wurde beides preußischNur ÜbersichtsartikelWikipedia zu Friedrich, Wikipedia zu Schwedisch-PommernFolge des Wiener Kongresses. Endgültig in die Provinz Pommern eingegliedert wurde das Gebiet 1818.
Sommer 1818: Caroline bei den Verwandten in Greifswald, mit ihr und Bruder Christian nach RügenPräzisiertWikipedia zu Friedrich, englische Wikipedia, Neue Deutsche BiographieHeirat am 21. Januar 1818 in Dresden mit Caroline Bommer (NDB: „Christiane Caroline“). Reise im Juli und August 1818 über Neubrandenburg und Greifswald. Christian als Begleiter nur in der englischen Wikipedia und im New Statesman.
Schwedisch-Pommern gehörte zum Reich, seine Bewohner waren Deutsche unter schwedischer KroneNur ÜbersichtsartikelWikipedia zu FriedrichDort: Als Einwohner einer schwedischen Provinz, die als deutsches Herzogtum Teil des Reiches war, „war er Deutscher“.
Atterbom, der Friedrich in Dresden traf: „Friedrich ist Pommer, wie dieser“ (Arndt) „und hält sich für einen halben Schweden“BestätigtAtterbom, Aufzeichnungen (1867), S. 92 f., Pommersches LandesmuseumPer Daniel Amadeus Atterbom: Aufzeichnungen des schwedischen Dichters P. D. Atterbom über berühmte deutsche Männer und Frauen nebst Reiseerinnerungen aus Deutschland und Italien aus den Jahren 1817–1819, übersetzt von Franz Maurer, Berlin 1867, S. 92 f.: „Friedrich, mit dem ich gern zusammenkomme, da er als Mensch wie als Maler gleich gemütlich ist, hat einige Gemälde des nordischen Claude Lorrain gesehen, ich glaube bei Arndt (Friedrich ist Pommer, wie dieser und hält sich für einen halben Schweden) und rühmte deren Geist und Tendenz.“ Mit dem „nordischen Claude Lorrain“ ist laut den folgenden Sätzen der schwedische Landschaftsmaler Carl Johan Fahlcrantz gemeint. „Mit dem ich gern zusammenkomme“ und Friedrichs Wohnort Dresden belegen das Treffen. Wikipedia zitiert die Stelle ohne Seitenzahl und mit dem Titel „Reisebilder aus dem romantischen Deutschland, 1859“. Auch das Pommersche Landesmuseum nannte 2024 eine Führung „Freigeist, halber Schwede und genialer Zeichner“.
Sohn Gustav Adolf, wie schwedische KönigeNur ÜbersichtsartikelWikipedia zu den Lebensstufen, Wikipedia zu FriedrichDass der Name auf die Könige zielt, ist eine Deutung von Wikipedia. Im selben Artikel: Das Bild „Die Lebensstufen“ (um 1835) zeigt den Sohn mit einem schwedischen Fähnchen.
Politische Deutung: lehnender Mann als „Demagoge“ in altdeutscher Tracht, kriechender als „Philister“ mit Zylinder, vertreten etwa von Peter MärkerPräzisiertWikipediaWikipedia stellt die Deutung ohne Urheber vor und nennt Märker (Caspar David Friedrich. Geschichte als Natur, 2007, S. 124 f.) für den Vergleich mit Hauff. Deshalb „vertreten etwa von“.
Zeichnung Wilhelm Hauffs von 1822, der Spitzel trägt ZylinderNur ÜbersichtsartikelWikipediaHauffs „Trachtenbild“, Tübingen 1822.
Abgelegter Zylinder schon 1802Nur ÜbersichtsartikelWikipediaZeichnung „Wanderer am Meilenstein“, 1802; außerdem das Gemälde „Gebirgslandschaft mit Regenbogen“, 1810.
1818 war die Tracht noch erlaubtBestätigtQuellen zum WandererVerbote erst mit der Demagogenverfolgung ab 1819 und nur teilweise.
Seit Jensen lesen viele Kunsthistoriker es als Hochzeitsbild; Heirat im Januar 1818; der Rahmen wäre dann ein HerzBestätigtWikipedia, Kunst Museum Winterthur, Neue Deutsche BiographieWikipedia: Jensen „führte die These vom Hochzeitsbild in die Deutung ein und erreicht damit einen breiten Konsens“ (u. a. Schmied, Busch). Auch das Museum nennt die Lesart. Heirat am 21. Januar 1818 laut NDB.
Börsch-Supan: Glaube, Liebe, Hoffnung; das rote Kleid für die LiebeNur ÜbersichtsartikelWikipediaDort: „Die Frau mit ihrem roten Kleid stünde für Liebe“.
Börsch-Supan: der Kriechende Friedrich, die Frau Caroline, der Lehnende Christian; Jensen: der Lehnende FriedrichNur ÜbersichtsartikelWikipediaDort: „die Frau als seine Gattin Caroline und der zweite Mann Friedrichs Bruder Christian“; Jensen sieht im lehnenden Mann den jüngeren Friedrich.
August 1815: Kummer saß in den Kreidefelsen fest, Friedrich kroch an die Kante, sprach mit ihm und holte HilfeNur ÜbersichtsartikelWikipediaNach Kummers Tagebuch, zitiert bei Zschoche 1998, S. 85. Dass das Erlebnis für Friedrich als Kriechenden spricht, ist eine Deutung des Beitrags.
In Dresden teilte er mit Arndt, 1769 auf Rügen geboren, den Hass auf die FranzosenNur ÜbersichtsartikelWikipedia zu FriedrichNach Gertrud Fiege (1977) und Zschoche, Die Briefe (2005), S. 86 f. Wikipedia nennt außerdem Kleist und Körner.
1813: „Rüstet Euch heute zum neuen Kampfe, Teutsche Männer, Heil Euren Waffen.“Nur ÜbersichtsartikelWikipedia zu FriedrichUnterschrift unter eine Fichtenstudie, nach Jost Hermand (1995), S. 17.
Arndt stammte aus Schwedisch-Pommern, geboren 1769 auf RügenNur ÜbersichtsartikelWikipedia zu ArndtDort: geboren am „26. Dezember 1769 in Groß Schoritz, Rügen“, als Sohn eines freigekauften Leibeigenen der Herrschaft Putbus „in Schwedisch-Pommern“. Die Beziehung der beiden behandelt Bach 2023 (siehe unten).

Was daraus wurde

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Verbleib bis 1903 unbekanntBestätigtNordkurier, WikipediaDer Nordkurier: wann und an wen Friedrich das Bild abgab, ist unklar.
1818: in Dresden gemaltPräzisiertNordkurier, Kunst Museum WinterthurDas Museum: im Herbst 1818.
1903: bei Lepke als Werk Blechens angeboten, danach bei Julius FreundPräzisiertWikipedia, NordkurierAuktion am 7. Oktober 1903, Los 58. Der Nordkurier nennt Freund als Einlieferer, Wikipedia als späteren Besitzer. Der Beitrag nennt deshalb kein Erwerbsjahr.
1920: Kern und Eberlein schreiben es Friedrich zuBestätigtWikipedia, NordkurierDer Nordkurier nennt nur Kern.
1930: Verkauf an Reinhart für 50.000 Reichsmark, in der WeltwirtschaftskriseBestätigtKunst Museum Winterthur, Sammlung, Nordkurier, WikipediaDas Museum bestätigt den Ankauf 1930, Preis und Vermittler Fritz Nathan stehen bei Nordkurier und Wikipedia.
Freund war Jude, wurde verfolgt, 1933 gab er 385 Werke ins Kunstmuseum WinterthurBestätigtKunstmuseum Basel, englische WikipediaBasel nennt 385 Werke, Wikipedia 383. 1934 und 1936 kamen 106 weitere hinzu.
1939: Freund emigriert mit seiner Frau nach EnglandBestätigtKunstmuseum Basel, englische WikipediaLaut Wikipedia am 18. Februar 1939.
1941: Tod im Armenspital von Wigton; 1942: Versteigerung in LuzernBestätigtKunstmuseum Basel, englische WikipediaTod am 11. März 1941, Auktion bei Theodor Fischer am 21. März 1942. Basel hat die Erben 2025 für acht Werke entschädigt.
1951: Reinharts Sammlung in Winterthur zu sehen; das Bild durfte das Haus lange nicht verlassenPräzisiertWikipedia zu Oskar Reinhart, NordkurierWikipedia: Die Sammlung wird „seit 1951“ am Stadtgarten gezeigt. Der Nordkurier zitiert das Greifswalder Museum: Das Bild durfte „auf Geheiß des Stifters“ lange nicht verliehen werden.
2024: Hamburg, Berlin und erstmals GreifswaldBestätigtNordkurier, Wikipedia zu FriedrichGreifswald vom 18. August bis 6. Oktober 2024, im Austausch gegen Leihgaben an Winterthur.
Häufigstes Titelbild von Büchern über Friedrich, Werbung für Rügen und Mecklenburg-VorpommernNur ÜbersichtsartikelWikipediaOhne Einzelnachweis.

Was das heute heißt

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Freund sammelte Realisten und deutsche RomantikerBestätigtKunstmuseum BaselDort: „more than 700 Realist and German Romanticist paintings and works on paper“, darunter Blechen, Menzel und Friedrich.
Neun Jahre nach dem Verkauf musste er als Jude das Land verlassenBestätigtKunstmuseum BaselVerkauf 1930, Emigration 1939.

Grenzen der Prüfung

Nicht abrufbar waren cdfriedrich.de (die Chronik zeigte nur die Jahre bis 1799), die Biografie Friedrichs bei LeMO und die Dateiseite bei Wikimedia Commons; die Bildangaben kamen über die Schnittstelle von Commons. Die Online-Sammlung in Winterthur nennt weder Maße noch Provenienz.

Die Deutung in „Was das heute heißt“ ist nicht prüfbar, geprüft sind dort nur die Angaben zu Julius Freund. Sie stützt sich auf Friedrichs schwedisch-pommersche Herkunft, die gut belegt ist, und auf Atterboms Satz vom „halben Schweden“. Atterboms Satz ist in der deutschen Ausgabe von 1867 nachgeschlagen (S. 92 f.).

Am meisten bringt das Nachschlagen in diesen Büchern: